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Ackerheck im September 2017

(Beitrag im pdf-Format)

Bei einem Spaziergang am 28. Dezember konnten wir eine forstliche Maßnahme beobachten. Der Eingriff fand im westlichen Bereich der Ackerheck statt. Die Ackerheck ist ein Gewann, das als Teil des Naturschutzgebietes „Burgau“ seit 1989 unter Naturschutz steht.

Die Bestockung dieses Waldes wird unter dem Titel „Eichen-Hainbuchenwald“ als ein Waldbiotop besonderer Bedeutung geführt. Unter der Schlüsselnummer 00(56.12) ist er in BW dem FFH-Lebensraumtyp 9160  zugewiesen. Ein Typ, der nach § 30a Landeswaldgesetz geschützt ist und in BW in der Vorwarnstufe  der roten Liste der Biotoptypen geführt wird.

Nach der Waldbiotopkartierung zählen diese Wälder zu den seltenen naturnahen Wäldern. Dazu gibt es eine prozentual bemessene Bewertungsmatrix, mit der auch die Qualität dieses Waldtyps in der Ackerheck eingeordnet sein muss.

Im Rahmen des Programmes Waldrefugien wurde dieser Teil der Ackerheck u.a. zur Auswahl gestellt, letztlich jedoch nicht in das Programm aufgenommen. Die damit verbundene Abwägung muss u.a. einige Daten über die Alt- und Totholzbestände ergeben haben.

Im Rahmen ihrer Brutvogelkartierung hat die SFN GmbH vorgeschlagen, den Weg durch die Ackerheck für potentiell dort brütende Vogelarten zu sperren. Die Gutachter trauen also diesem Wald im jetzigen Zustand ein hohes ökologisches Reservoir zu. Wir haben gegen diesen Vorschlag eingewandt, dass die Knielinger bereits bei der Unterschutzstellung 1989 auf die Nutzung der Ackerheck als Spielplatz und Waldmesse (Bild anbei) verzichten mussten.

Dipl. Ing. Anke Henz hebt in ihrem Gutachten von 1983 das Alter des Baumbestandes mit 130 Jahren hervor und beschreibt, dass „nach Westen“ – also in dem Bereich, in den am 28. eingegriffen wurde – der Boden etwas feuchter wird und die Strauchschicht  als artenreich zu bewerten ist. Sie bedauerte damals den Eingriff in die Strauchschicht zur Anlage eines Waldspielplatzes. Am 28. war zu beobachten, dass es anscheinend neben der Herausnahme von Baumstämmen um die Beseitigung der Strauchschicht geht.

Aus dem „Erhebungsbogen zur Kartierung der Burgau“ von 1983 habe ich die für die Ackerheck aufgelisteten Pflanzen in einer Übersicht zusammengefasst. Nach unserer Beobachtung ist in diesen Waldteil seit 1983 nicht eingegriffen worden. Das ist in erster Linie dem Markgrafen zu verdanken, der bis 2005 Eigentümer der Ackerheck war. 2005 erwarb die Stadt Karlsruhe das Gelände. (Das Gelände war nicht im Eigentum des Markgrafen. Es war  Daxlander und Knielinger Besitz bis zu deren Eingemeindung.)

In allen uns vorliegenden Gutachten (ILN, Weinmann) wird der ökologische Wert dieses Teils der Ackerheck hervorgehoben. Die jetzige  Maßnahme wurde, ebenso wie der Eingriff in das Schilfgebiet Allmend, nicht in der Burgaurunde vorgestellt.

Die Burgaurunde ist ein Kreis von Sachverständigen, der Anfang der 90iger Jahre zwischen Regierungspräsidium und NABU angelegt worden ist. Später übergab das RP die Beteiligung des ehrenamtlichen Naturschutzes an die Stadt Karlsruhe, die den Gesprächskreis weiter geführt hat. Immer mehr wurde dieser Kreis jedoch zum Empfänger bereits vollzogener Maßnahmen. Wegen der allgemeinen Wertschätzung dieses Waldtyps wäre eine Darstellung der Beweggründe für diese Maßnahme des Forstes angezeigt gewesen.

Wir nehmen Bezug auf eine Anfrage der Gemeinderäte der Grünen vom 18.03.2014 über das Thema „Baumfällungen im Stadtgebiet“.  Diese 4 Jahre alte Frage war u.a. darauf gerichtet, welche Möglichkeiten die Stadtverwaltung sieht, „im Vorfeld größerer Gehölzpflege- und Baumfällaktionen“ die Öffentlichkeit und die Umweltverbände einzubinden. Die Stadt antwortete darauf, dass sie „angesichts der großen Resonanz von Baumfällarbeiten in der Bevölkerung“ ein „zentrales Informationsmanagement“ anstrebt. Da scheint es bei der guten Absicht geblieben zu sein (ageblich wurden die Bürger in der Stadtzeitung informiert).     

 

Anlagen:

Erneute Stellungnahme des Forstamtes vom 14.01.2019

Antwort auf Brief des Forstamtes vom 10.01.2019

Brief des Forstamtes vom 10.01.2019

Bilder

Baumfällen in der Ackerheck Dezember 2018, Video

 Waldrefugien

Waldbiotopkartierung Seite 85

FFH LRT 9160

gutachten:  henz, weinmann, iln, sfn, erhebungsbogen

Baumfällungen im Stadtgebiet. Grünfraktion

 

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Januar 2019, max.albert@mail.de

 

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de