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 Platt gemacht

(Beitrag im pdf-Format)

Nun liegen sie wieder vor, die Bilanzen aus unserer Natur. Über alle Arten hinweg (Rote Liste) und konzentriert auf die Schmetterlinge enden die Abschlüsse mit dem Anwachsen der Verluste. Ein weiterer Schritt in Richtung Bankrotterklärung.

Die Gesellschaft hat auf diesem Felde wiederum noch nicht einmal das Ziel einer schwarzen Null erreicht. Wird es Zeit, die Frage zu stellen, ob die Handlungsbevollmächtigten im Naturschutz ausreichend qualifiziert sind?  Oder, ob ihnen gar nur die Aufgabe verbleibt, Umweltbesorgte mit der nächsten Vorausschau wieder einmal mit neuen Hoffnungen zu befrieden?

Tatsächlich ist das Unternehmen Naturschutz wie kaum ein anderes von der Zustimmung des Gebrauchers abhängig. Da können sich die Führungskräfte des Naturschutzes  noch so anstrengen. So lange es den meisten egal ist, mit welchem Ergebnis die Artenbilanz abschließt, wird weder die Frage der Effizienz noch die der Ausstattung mit mehr Rechten auftreten.

Jeder hat gewusst, dass ein Dieselmotor die Laborwerte, z.B. für Stickoxide,  im täglichen Betrieb nicht erreicht. Erst als dann einer mit Gewicht ausrief, hier wird massiv beschissen, da nahm auf einmal ein jeder wahr, dass die Firma schon lange nackt in der Ecke stand. Es wird Zeit, dass einer mit solchem Gewicht auch dem Unternehmen Naturschutz die Hosen runter zieht, um zu belegen, dass sich darunter nur heiße Luft verbirgt. Um dann für mehr Potenz zu sorgen.

Derzeit reihen wir Ehrenamtlichen uns, hoffnungslos unterlegen, in die von den Lobbyisten der Nutzer beherrschte Beraterszene ein.  Der Kampf um Einfluss findet nicht auf offener Bühne statt. Wer im Hinterzimmer vor den Entscheidern Verzicht predigen muss, hat nur geringe Chancen auf Beachtung. Zumal die Wählermehrheiten  hinter den Nutzern stehen.

Es ist vorhersehbar, dass die nächste Bilanz mit noch größeren Verlusten abschließt. Die Bienen könnten dann schon ausgestorben sein. An ihre Stelle befruchtet nun der Polinator die Obstbäume, wie schon in China. So eröffnen sich mit dem Ausfall der kostenlosen Dienstleistungen der Natur neue Geschäftsfelder für aufstrebende Start-ups. Kann das gewollt sein?  Die Ansätze zu einem solchen Szenario sind vielversprechend. Von der gezielten Verbesserung ungünstiger Erbanlagen bis zum Ersatz der Insektenfresser durch Pestizide gestalten wir uns schon heute die für uns günstigsten Eigenschaften und Lebensbedingungen  z.B. für eine Nutzpflanze.      

So könnte es einmal als Gefühlsduselei abgetan werden, wenn wir heute  um die in der roten Liste mit Gefährdungsstufe 1 bis 3  klassifizierten  334 Schmetterlingsarten trauern. Dazu kommen 160 in der Vorwarnstufe. Das sind über 40 % aller im Land gelisteten  1.173 Arten  Schmetterlingsarten. Und das war 2004.

So sieht eine Liste der 1.173 Schmetterlingsarten in unserem Lande aus:

Wem der Abklatsch der Liste nicht genug ist, der kann sich über die Tabelle „Schmetterlinge BW 2004“ (siehe Anlage) näher informieren.

Und im Übrigen die Frage nach dem Wert des Lebens an sich stellen, also des Lebens außerhalb  unserer Bedürfnisse.

 

Anlagen:

Schmetterlinge BW 2004

Experte Prof. Thomas Schmid (Wortbeitrag)

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt 2007

Naturschutzstrategie BW 2020

Informationssystem Zielartenkonflikt BW

 

 

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Karlsruhe, 08.2016

max.albert@mail.de

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Max Albert, NABU Gruppe Karlsruhe  | max.albert@mail.de